NEXT STOP - IQUITOS -

Donnerstag, 10.03.2016

Wow es ist soweit, mein kleiner letzter Traum hier in Peru geht in Erfüllung.
Morgen geht unser Flug nach Iquitos!!

Das Amazonas Tiefland ruft!
1542 wurde der Rio Amazonas das erste mal von einem Weissen entdeckt (durch den
Spanier Francisco de Orellana). Er entdeckte die Uranwohner des Flusses, mit
ihren langen Haaren, ausgerüstet mit Pfeil und Bogen für die Jagd.
Nach dem grossen Kautschukbooms hier im Amazonas Tiefland intersierte sich fast niemand mehr für die
flächenmäßig größte Provinz in Peru.
Das Ausmaß wird einem bewusst, wenn man im Flugzeug von Lima nach Iquitos einen Fensterplatz
ergattert hat. Weit und Breit ist alles nur grün! und braune Flüsse bewegen sich im Zick Zack durch
das Grün.

Der Amazonas bricht wahre Weltrekorde. Er transportiert ein Fünftel des gesamten Süsswassers
der Erde, er ist in Peru nur max 2 km breit, an der Mündung in Brasilien jedoch 230 km breit!
Ausserdem ist er mit 6762 km Länge der längste Fluss der Erde.

Ankunft in Iquitos, schon wird man "überfallen" von hunderten von Taxifahrern,
die förmlich an einen ziehen und einen ins Taxi zerren wollen.
Ja bei Ankunft bemerkt man direkt, dass diese Stadt keine bzw. kaum Erfahrung mit
Touristen hat.
Wir gehen etwas weiter weg und nehmen uns ein Mototaxi für 5 Sol dass uns im
rasanten Tempo in knapp 30 Minuten zum Plaza de Armas bringt.

Iquitos ist atemberaubend schön, kaum Touristen.
Benannt nach einem Indianerstamm der hier mal lebte ist Iquitos mit 500,000 die grösste Stadt im Urwald und nur
per Flugzeug oder drei Tages Trip auf dem Boot zu erreichen.

Wir schlendern an unserem ersten Tag einfach gemütlich an der Promenade entlang,
durch den "Anaconda" Markt, der sich direkt an der Promenade in Stelzenhütten befindet.
Überall befinden sich Schiffswracks, die mit Grafiti angesprüht wurden und dadurch einen Eyecatcher
in der grünen Umgebung abgeben.
Es ist mega heiss und durch die 83% Luftfeuchte kann man die Luft schneiden.
Ich musste noch nie so nass schlafen,
als ob man klitsch nass aus der Dusche kommt und sich ins Bett legt.

 

Am nächsten Tag gehts zu unserer zwei Tages Tour in den Amazonas Regenwald.
Bevor wir abgeholt werden, schauen wir uns aber noch den berühmten "Belen Markt" an.
Wir fragen einen Tuk Tuk Fahrer ob er uns diesen zeigen kann, da uns von den Hostelbesitzern und
auch von den Kellnern im Restaurant erzählt wurde, dass dies ein sehr gefährlicher Ort ist.
Pierre, unser Fahrer spricht perfekt englisch (Nina kann ja kaum spanisch)
und ist total enthusiastisch und erklärt uns zu jedem Stand voller Stolz seine Kultur.
Man kann hier alles kaufen, von Alligator, Schildkröte, Fisch bis hin zu vielen andern Amazonas/Regenwald
Tieren, Zigaretten, Früchte und Heilkräuter, homoöpatische Medizin.

Die freude ist riesen gross! Als unser englischsprachiger Guide uns überpünktlich
abholt und mit uns zum Port fährt. Nachdem wir dort noch 15 min auf die Anderen
unserer Gruppe warten müssen, haben wir noch kurz Zeit uns den Markt anzusehen.

Ich probiere Suri "Maden" die am Spieß auf dem Grill gebraten werden. Es kostet zwar überwindung,
doch bin ich total begeistert, ich bin ja hier um alles auszuprobieren.
Sie schmecken nach einer Mischung aus Huhn mit Ei.

 

Die Anderen sind da, 15 Peruaner. Nur wir zwei "Weissen, Gringas". Im Holzboot gehts über den Rio Negro,
auf den Amazonas. Erster Stopp in "Fundo Pedrito". Die ganze Deko besteht aus zerschnittenen und angemalten
Plastikflaschen, eine tolle Idee!!
Wir dürfen Piranjas füttern und sehen Paiches, riesige Fische die hier leben.

Weiter zu Suenos del Momon.
Etwas positives zu diesem Ort? Fehlanzeige!
Es ist grausam!!!
Die Tourigruppen gehen hier von Käfig zu Käfig, machen Fotos mit all den armen Tieren, mit den Faultieren,
Affen und Schlangen. Wir kommen an einem Affen vorbei, der in seinem Käfig, wie die anderen Tiere nix hat.
Kein Baum, kein Grün, ich sage nur "Ou we du armer, du gehörst hier nicht hin!" Mir läuft es eiskalt den
Rücken runter als er mich ansieht, zusammen kauert und laut das weinen anfängt.
Gegen diesen Ort muss man unbedingt vorgehen!!

Man sollte nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Uns fällt es sehr schwer dieses Erlebniss zu verdauen, und uns auf unseren nächsten Stop zu freuen.

Auf dem Boot gehts weiter auf dem Fluss durch künstlerische Landschaft zu unserer Lodge.
KRASS, mitten im Regenwald steht eine gewaltige Anlage mit Bungalows, einem riesen Restaurant mit Aussichtsplattform,
einem Pool mit Wasserrutschen Anlage.

Wir brechen nach Lunch und kurzer Pause zu unserer Wanderung auf.
Durch ein Einheimisches Dorf dass direkt hinter der Anlage liegt.
Wieder etwas was ich gar nicht toll finde! Die Bewohner wurden sprichwörtlich bestochen, damit der Engländer seine
fette Tourianlage bauen kann, hat er einen Stromgenerator für das Dorf "gespendet".
Dafür laufen nun tagtäglich Leute durch ihr Dorf, die sie begaffen und Fotos machen. Bei dem Gedanken dass ich Teil
dieses Begaffens bin wird mir schon wieder übel um die Nase, ich packe meine Kamera weg, respektiere ihr Dorf, höre
gespannt den Erzählungen zu und verabschiede mich.

BIENVENIDOS "Alamas del Rio Momom"
Willkommen bei den Flussbewohnern. Mir bleibt die Spucke weg, als ich all die wunderschönen Frauen sehe. In Peru
gibt es selten "schöne" Menschen...
Sie Tanzen uns singen für uns, verkaufen dann ihre selbstgemachten Schmuckteile und Figürchen.
Es geht weiter zum "Jardin Botanico El Chullachaqui"
uns werden viele Pflanzen und Bäume vorgestellt, ihre medizinischen Wirkungen. Für alle Beschwerden und Krankheiten gibt
es eine Pflanze und ein daraus hergestellter Trunk. Selbst gegen Krebs haben sie ihre Pflanze.
Es gibt im Regenwald 4 überauswichtige Pflanzen für die Einwohner.

    

Wir geniessen den Sonnenuntergang über den Fluss und fallen total erschöpft ins Bett.

Am nächsten Tag gehts um 5 Uhr morgens zur Vogelbeobachtung. Dann Frühstück und weiter zum Piranja fischen.

Ja zwei wundervolle Tage neigen sich dem Ende zu. Sodass es nach dem Mittagessen schon wieder zurück nach Iquitos
geht.


Wir bekommen "Wahlwerbung" hautnah mit, dann kaufen wir ein Sack Hundefutter, gehen gemütlich durch die Strassen
und füttern die Halbverhungerten, kranken Strassenhunde.
Wir bekommen sehr viel Zuspruch der Anwohner und wir kommen mit sehr vielen von ihnen ins Gespräch.

Dann heisst es wieder, Sachen packen, denn es geht schon wieder zurück nach Cusco. Vier grossartige und faszinierende
Tage sind vorbei.

Kein Tag hat genug Zeit, aber jeden Tag sollten wir uns genug Zeit nehmen.
- John Donne -