INTI RAYMI

Montag, 29.06.2015

Das Sonnenfest / Inti Raymi

Inti Raymi (Quechua für „Sonnenfest“)

ist ein spirituelles Fest, welches jährlich am 24. Juni in der Inka-Hauptstadt Cusco stattfindet.

Das größte Fest des Jahres wird mit rund 800 Schauspielern zelebriert.

Es handelt sich hier um ein riesiges Schauspiel welches wirklich spektakulär ist.

 

 

Hintergrund

 

Warum waren die größten Feierlichkeiten der Inkas dem Sonnengott gewidmet?

Im ständigen Einklang mit der Natur, so lebten die Inkas Jahrhunderte lang.

Die wichtigsten Gottheiten verkörpern daher auch die Elemente des Lebens:

Berggottheiten („Apus“)

Flüsse („rios sagrados“)

Muttererde („Pachamama“).

Und ihr höchster Gott: „Inti“ Sonne

Denn sie sahen die Sonne als Grund für die Existenz allen Lebens an. Zur Wintersonnenwende (dem Tag an dem die Sonne der Erde am nächsten kommt) veranstaltete man zu ihren Ehren ein Fest (Quechua: raymi), damit die Sonne (Quechua: inti) wieder zurückkehren möge.

Dem Glauben der Inka nach, hat jedes Individuum auf Erden einen Ahnen. Einem Ursprungsmythos zu Folge, ist der erste Inka Manco Capác der Sonne entsprungen. Als Sohn der Sonne kam er auf der Sonneninsel „Isla del Sol“ auf dem Titicacasee zur Welt. Von dort suchte er nach geeignetem Land und fand dies im Tal von Cusco (Quechua Cusco = Qosqo), wo er seinen goldenen Stab in die Erde setzte und somit den „Nabel der Welt“ am heutigen Inkatempel, dem Korikancha (Sonnentempel) gründete.

Der Korikancha ist somit der absolute Mittelpunkt der Welt und von hier teilt sich das Reich in vier Zentren (Tawantinsuyu). Im Tempel der Sonne befand sich eine Sonnenscheibe aus Gold, welche ein rundes menschliches Gesicht, Strahlen und Feuerzungen zeigte. Zu dessen Seiten wurden zwei goldene Löwenstatuen platziert, die zur Sonne ausgerichtet waren. Beim Korikancha findet jedes Jahr der Auftakt zum Inti Raymi statt.

 

 

Geschichte

Das letzte Sonnenfest wurde bis 1535 zelebriert, bevor es von den Spaniern und der römisch-katholischen Kirche verboten wurde.

Heute können wir uns alle glücklich schätzen, dass es einen Mann gab, der die Bräuche und Sitten der Inkas festhielt: Garcilaso de la Vega.

Aufgrund seiner Aufzeichnungen wurde das Fest 1944 wieder ins Leben gerufen und wird nun jedes Jahr mit viel Mühe und Aufwand zelebriert.

Genau wie schon zu Inkazeiten, finden auch heute noch die Feierlichkeiten an den drei Originalschauplätzen, dem Sonnentempel Korikancha (Quechua: Quri Kancha),Cuscos Hauptplatz Huacaypata (Quechua: Waqay Pata) oder Plaza de Armas, und den Ruinen der Festung von Sacsayhuamán (Quechua: Saksaywaman) statt.

Damals kamen Menschen aus allen Himmelsrichtung nach Cusco, dem damaligen „Nabel der Welt“, um Opfergaben für den Sonnengott zu bringen. Zu diesem Anlass kleidete man sich in den schönsten Kleidern, brachte Tieropfer für den Sonnengott, betete zusammen, berauschte sich mit Maiswein (chicha), feierte und tanzte ausgelassen.

Heute sind es wohl die Touristen, die aus allen Himmelsrichtungen herbeiströmen, um an dem Geschehen teilzunehmen. Und mit Recht, denn Inti Raymi ist wohl das eindrucksvollste Fest in Peru.