Berichte von 03/2016

MEINE LANGE, SCHWERE REISE ZURÜCK

Mittwoch, 30.03.2016

Das Peru mich behalten will, das wurde mir sehr schnell bewusst, als die unfreundlichen Mitarbeiter der Peruvian Airline bereits beim einchecken sagten es gäbe eine Verspätung von 20 min.

20 min dachte ich, lachte und war bereits bei dem Gedanken, dass ich meinen Anschlussflug verpassen würde, den diese Zeitangabe wäre mind. das doppelte oder dreifache...

Ich saß dort nun, am Gate, heulend, aber mutig genug in ein Flugzeug einzusteigen. Wenn es denn kommen würde. Nach einer Stunde kam nur eine Durchsage, dass sie keine Ahnung haben und evtl. in zwei weiteren Stunden wissen wann wir den abfliegen können.

Wieder gab es nur eine Mitarbeiterin am Schalter, Arrogant, nicht bereit mit jemanden zu reden geschweige denn zu helfen. Jedem wurde etwas anderes gesagt "Peruvian Airlines hat einen eigenen Tower zur Flugabfertigung, der Herr dafür ist nicht zur Arbeit erschienen", "Technische Störungen bei der Maschine, die noch in Arequipa steckt und dort repariert wird" während die Tussi am Gateschalter immer nur aufs Wetter verwies.

Ja das die Airline das Wetter benutzt liegt klar auf der Hand, so müssen sie sich weder angesprochen fühlen für Hilfestellung, noch Schadensersatz zahlen.

Nach 4 1/2 Stunden am Flughafen in Cusco kam ein Techniker ins Cafe, SCHNELL SCHNELL der Flieger fliegt gleich ab. Wieder KEINERLEI Durchsagen oder Anzeigen am Screen. Ich bin froh das er wenigstens bescheid gegeben hat.

Nunja. knappe 5 Stunden zu spät in Lima, sämtliche Anschlussflüge natürlich weg, Peruvian hilft nicht und meine Anschlussfluggesellschaft war nur bemüht eine neue Verbindung raus zu suchen, die ich für 4665 Dollar hätte buchen sollen.

DANKE für nichts. Ich steckte fest! In Lima. Weit bin ich nicht gekommen!

Also blieb mir nur noch die Möglichkeit meinen Vater zu kontaktieren. Der, mittlerweile war es Nachts in Deutschland, die ganze Nacht durchmachte und morgens nicht in die Arbeit gehen konnte, um mich in einer spektakulären Befreiuungsaktion von Peru rettete.

Sämtliche Flüge waren ausgebucht, oder es gab nur noch die Business class. Für Flüge über die USA benötigt man ein Visum. Sodass dieses Online noch für mich beantragt wurde. Ich nutzte die Wartezeit um wenigstens zwei Stunden zu schlafen und schlug mir ein Schlaflager am Flughafen Limas auf.

Am nächsten morgen um 8 Uhr gings dann weiter, mit einem neuen Flugticket, das mein Vater bezahlt hat, über Miami und London zurück nach München.

 

Weitere Tips:

Immer Decke, Kissen und warme Wollsocken im Handgepäck haben, genauso wie Kosmetikartikel und Wechselwäsche. Es kann so schnell passieren dass man eine Zwischennacht irgendwo verbringen muss.

Oropax und Schlafmaske sind wertvolle Nebenbegleiter, die einem das Leben und den Schlaf immer und überall erleichtern.

Ladegeräte für Laptop oder Handy sollten auch immer Griffbereit sein.

Immer eine Notfallperson haben, die einem in der Not den Arsch retten kann, vorallem wenn man selber keinerlei Budget mehr besitzt.

 

Ich habe aus meiner Geschichte sehr viel gelernt und rate ALLEN davon ab mit Peruvian Airlines zu fliegen, oder diese zu buchen. Die Bewertungen im Internet und vorallem auf Facebook kann man alle glauben schenken, sie stimmen leider alle. Bisher habe ich zwei Emails geschrieben um wenigstens eine Entschuldigung zu bekommen, keine Reaktion von dieser Airline. Genauso wenig reagieren sie auf die zahlreich schlechten Kommentare im Netz. Traurig das es soetwas in der heutigen Zeit noch gibt bzw. überhaupt erlaubt ist!

 

Verspätet und völlig kaputt kam ich also in Deutschland an. BACK IN GERMANY!!

Meine Geschwister empfangen mit inkl Hund, Nichte und fettem Plakat weinend am Flughafen. Es ging zum Essen und Quatschen. Danach ersteinmal über das Wochenende zu meiner Schwester.

Die Wiedereingliederung fällt schwer! Man will es nicht hören und glauben, aber ja man bekommt auch einen Kulturschock wenn man "Nachhause" zurück geht. Das ganze Moderne, wieder die Umstellung von Essen und Klima. Neue Gerüche, alle tragen wieder Deo und Parfüm. Selbst die kleinen Dinge erfordern eine Wiederumstellung von dir.

- 29 Voluntarios in meinem Projekt - 37 Mitbewohner in meinem Apartment -

Jede Menge Menschen...

... In unserem Leben begegnet uns keiner Zufällig.

Alle sind Teil unseres Weges.

Ob als Begleiter, als Seelenverwandter

oder einfach nur als Lehre.

MEINE LETZTEN TAGE IN PERU

Montag, 28.03.2016

Meine letzten Tage in Peru, hier in Cusco sind angebrochen.

Nachdem Ostern ist, Semana Santa, ist das Los Molinos vier Tage zu.
Also hatte ich bereits Mittwoch meinen letzten Tag im Projekt.

Wir haben die Woche die Wand im Zwischenraum gestrichen und am nächsten Tag zusammen mit den Kiddies und vielen Handabdrücken neu gestaltet. Es hat riesigen Spaß gemacht!!

Am letzten Tag gab es dann eine kleine Fiesta mit Galletas (Keksen) und Limonada (Limonade). Der Abschied fiel nicht leicht, das war mir von Anfang an bewusst. Wer ein Jahr die Bezugsperson der Kleinen ist, den lässt man nicht gehen. Die Kinder klammerten sich an mich und gerade für die, die mich schon das ganze Jahr begleiten oder zumindest viele Monate davon, waren sehr traurig.

Als Geschenk gabs viele Küsschen und ein Plakat, unterschrieben von vielen Kindern, total bunt angemalt, dieses bekommt auf jedenfall einen Ehrenplatz in meiner neuen Wohnung.

Natürlich habe ich nochmal viele meiner Lieblingsplätze aufgesucht, Cucharitas, mit seinem wunderbaren Eis. Limbus, San Blas Markt und natürlich auch Asunta, den Laden in dem ich all meine Sachen eingekauft habe.

Überall wurden viele Tränen vergossen. Besonders viele bei meiner Peruanischen Familie in Chinchero.

Zu meiner Freude gab es ganz viel Fisch zum essen, es ist schließlich Karfreitag.

Fischsuppe mit Macha (Muscheln) nennt sicht dann Kaukau. Danach Trucha (eine Art Forelle).

Ich immer fleissig die Beilagen gegessen, also Fisch war noch nie mein Ding...

Die San Blas Schule veranstaltete auch eine kleine Osterfeier. Mit den typischen 12 Platos, 12 Gänge also. 6 Salzige und 6 Süsse sind tradition hier in Peru.

Am Dienstag also, meinem letzten Tag, den habe ich selbstverständlich noch mit Pedro verbracht. Morgens schön ausschlafen und schickes Frühstück. Dann sind wir noch im Kinderheim vorbei um einige Sachspenden abzugeben. Wir waren nochmal Lomo Saltado essen und Aji de Gallina, mein Lieblingsgericht!

Zurück zuhause hatte ich noch Zeit einen Schokoladenkuchen für Rosa zu backen. Rosa ist die Mama des Hauses sozusagen. Bestellt für uns immer das Gas, Wäscht unsere Wäsche und näht diese auch, alle möglichen Dinge zum Einkaufen hat sie auch und auch so hat sie immer ein offenes Ohr für einen.

Danach ging es ans Koffer packen... und Zimmer leer bekommen. In einem Jahr staut sich so einiges an. Ja alle Souveniers waren eingepackt, der Koffer ging wunderbar zu. Einige Lieblingsstücke an Klamotten noch schnell ins Handgepäck gestopft. Der komplette Rest kam in die Spendenbox. So einfach ist das.

Bin ich bereit für meine Heimreise?

Jein, mit einem lachenden und einem weinenden Auge ...

NEXT STOP - IQUITOS -

Donnerstag, 10.03.2016

Wow es ist soweit, mein kleiner letzter Traum hier in Peru geht in Erfüllung.
Morgen geht unser Flug nach Iquitos!!

Das Amazonas Tiefland ruft!
1542 wurde der Rio Amazonas das erste mal von einem Weissen entdeckt (durch den
Spanier Francisco de Orellana). Er entdeckte die Uranwohner des Flusses, mit
ihren langen Haaren, ausgerüstet mit Pfeil und Bogen für die Jagd.
Nach dem grossen Kautschukbooms hier im Amazonas Tiefland intersierte sich fast niemand mehr für die
flächenmäßig größte Provinz in Peru.
Das Ausmaß wird einem bewusst, wenn man im Flugzeug von Lima nach Iquitos einen Fensterplatz
ergattert hat. Weit und Breit ist alles nur grün! und braune Flüsse bewegen sich im Zick Zack durch
das Grün.

Der Amazonas bricht wahre Weltrekorde. Er transportiert ein Fünftel des gesamten Süsswassers
der Erde, er ist in Peru nur max 2 km breit, an der Mündung in Brasilien jedoch 230 km breit!
Ausserdem ist er mit 6762 km Länge der längste Fluss der Erde.

Ankunft in Iquitos, schon wird man "überfallen" von hunderten von Taxifahrern,
die förmlich an einen ziehen und einen ins Taxi zerren wollen.
Ja bei Ankunft bemerkt man direkt, dass diese Stadt keine bzw. kaum Erfahrung mit
Touristen hat.
Wir gehen etwas weiter weg und nehmen uns ein Mototaxi für 5 Sol dass uns im
rasanten Tempo in knapp 30 Minuten zum Plaza de Armas bringt.

Iquitos ist atemberaubend schön, kaum Touristen.
Benannt nach einem Indianerstamm der hier mal lebte ist Iquitos mit 500,000 die grösste Stadt im Urwald und nur
per Flugzeug oder drei Tages Trip auf dem Boot zu erreichen.

Wir schlendern an unserem ersten Tag einfach gemütlich an der Promenade entlang,
durch den "Anaconda" Markt, der sich direkt an der Promenade in Stelzenhütten befindet.
Überall befinden sich Schiffswracks, die mit Grafiti angesprüht wurden und dadurch einen Eyecatcher
in der grünen Umgebung abgeben.
Es ist mega heiss und durch die 83% Luftfeuchte kann man die Luft schneiden.
Ich musste noch nie so nass schlafen,
als ob man klitsch nass aus der Dusche kommt und sich ins Bett legt.

 

Am nächsten Tag gehts zu unserer zwei Tages Tour in den Amazonas Regenwald.
Bevor wir abgeholt werden, schauen wir uns aber noch den berühmten "Belen Markt" an.
Wir fragen einen Tuk Tuk Fahrer ob er uns diesen zeigen kann, da uns von den Hostelbesitzern und
auch von den Kellnern im Restaurant erzählt wurde, dass dies ein sehr gefährlicher Ort ist.
Pierre, unser Fahrer spricht perfekt englisch (Nina kann ja kaum spanisch)
und ist total enthusiastisch und erklärt uns zu jedem Stand voller Stolz seine Kultur.
Man kann hier alles kaufen, von Alligator, Schildkröte, Fisch bis hin zu vielen andern Amazonas/Regenwald
Tieren, Zigaretten, Früchte und Heilkräuter, homoöpatische Medizin.

Die freude ist riesen gross! Als unser englischsprachiger Guide uns überpünktlich
abholt und mit uns zum Port fährt. Nachdem wir dort noch 15 min auf die Anderen
unserer Gruppe warten müssen, haben wir noch kurz Zeit uns den Markt anzusehen.

Ich probiere Suri "Maden" die am Spieß auf dem Grill gebraten werden. Es kostet zwar überwindung,
doch bin ich total begeistert, ich bin ja hier um alles auszuprobieren.
Sie schmecken nach einer Mischung aus Huhn mit Ei.

 

Die Anderen sind da, 15 Peruaner. Nur wir zwei "Weissen, Gringas". Im Holzboot gehts über den Rio Negro,
auf den Amazonas. Erster Stopp in "Fundo Pedrito". Die ganze Deko besteht aus zerschnittenen und angemalten
Plastikflaschen, eine tolle Idee!!
Wir dürfen Piranjas füttern und sehen Paiches, riesige Fische die hier leben.

Weiter zu Suenos del Momon.
Etwas positives zu diesem Ort? Fehlanzeige!
Es ist grausam!!!
Die Tourigruppen gehen hier von Käfig zu Käfig, machen Fotos mit all den armen Tieren, mit den Faultieren,
Affen und Schlangen. Wir kommen an einem Affen vorbei, der in seinem Käfig, wie die anderen Tiere nix hat.
Kein Baum, kein Grün, ich sage nur "Ou we du armer, du gehörst hier nicht hin!" Mir läuft es eiskalt den
Rücken runter als er mich ansieht, zusammen kauert und laut das weinen anfängt.
Gegen diesen Ort muss man unbedingt vorgehen!!

Man sollte nie so viel zu tun haben, dass man zum Nachdenken keine Zeit mehr hat.
- Georg Christoph Lichtenberg -

Uns fällt es sehr schwer dieses Erlebniss zu verdauen, und uns auf unseren nächsten Stop zu freuen.

Auf dem Boot gehts weiter auf dem Fluss durch künstlerische Landschaft zu unserer Lodge.
KRASS, mitten im Regenwald steht eine gewaltige Anlage mit Bungalows, einem riesen Restaurant mit Aussichtsplattform,
einem Pool mit Wasserrutschen Anlage.

Wir brechen nach Lunch und kurzer Pause zu unserer Wanderung auf.
Durch ein Einheimisches Dorf dass direkt hinter der Anlage liegt.
Wieder etwas was ich gar nicht toll finde! Die Bewohner wurden sprichwörtlich bestochen, damit der Engländer seine
fette Tourianlage bauen kann, hat er einen Stromgenerator für das Dorf "gespendet".
Dafür laufen nun tagtäglich Leute durch ihr Dorf, die sie begaffen und Fotos machen. Bei dem Gedanken dass ich Teil
dieses Begaffens bin wird mir schon wieder übel um die Nase, ich packe meine Kamera weg, respektiere ihr Dorf, höre
gespannt den Erzählungen zu und verabschiede mich.

BIENVENIDOS "Alamas del Rio Momom"
Willkommen bei den Flussbewohnern. Mir bleibt die Spucke weg, als ich all die wunderschönen Frauen sehe. In Peru
gibt es selten "schöne" Menschen...
Sie Tanzen uns singen für uns, verkaufen dann ihre selbstgemachten Schmuckteile und Figürchen.
Es geht weiter zum "Jardin Botanico El Chullachaqui"
uns werden viele Pflanzen und Bäume vorgestellt, ihre medizinischen Wirkungen. Für alle Beschwerden und Krankheiten gibt
es eine Pflanze und ein daraus hergestellter Trunk. Selbst gegen Krebs haben sie ihre Pflanze.
Es gibt im Regenwald 4 überauswichtige Pflanzen für die Einwohner.

    

Wir geniessen den Sonnenuntergang über den Fluss und fallen total erschöpft ins Bett.

Am nächsten Tag gehts um 5 Uhr morgens zur Vogelbeobachtung. Dann Frühstück und weiter zum Piranja fischen.

Ja zwei wundervolle Tage neigen sich dem Ende zu. Sodass es nach dem Mittagessen schon wieder zurück nach Iquitos
geht.


Wir bekommen "Wahlwerbung" hautnah mit, dann kaufen wir ein Sack Hundefutter, gehen gemütlich durch die Strassen
und füttern die Halbverhungerten, kranken Strassenhunde.
Wir bekommen sehr viel Zuspruch der Anwohner und wir kommen mit sehr vielen von ihnen ins Gespräch.

Dann heisst es wieder, Sachen packen, denn es geht schon wieder zurück nach Cusco. Vier grossartige und faszinierende
Tage sind vorbei.

Kein Tag hat genug Zeit, aber jeden Tag sollten wir uns genug Zeit nehmen.
- John Donne -

 

TITICACASEE DIE ZWEITE

Samstag, 05.03.2016

Mein Weg führt mich zum zweiten mal zum wunderschönen Titicacasee.


Für meine beste Freundin war es das Erste mal und wie auch ich war
sie total begeistert von der Schönheit des Sees und dem einzigartigen
Sternenhimmel der sich hier in der Nacht zeigt.

Die Standard Touritour führt uns durch die Uros, den schwimmenden Schilfinseln
bis nach Amantani wo wir die Nacht verbringen.

 

Nun habe ich auch endlich den berühmten Stempel in meinem Pass, den man sich
bei den Uros holen kann, bei meinem Ersten mal bin ich leider nicht an diesem
Stopp vorbei gekommen.

Auf Amantani haben wir uns bei der Wanderung auf den Berg hinauf den anderen Tempel
angesehen. Es gibt zum einen den Pachatata (Vatererde) und Pachamama (Muttererde).
Sodass ich nun beide der anmutigen Tempel mit ihrer Aussicht gesehen habe.

Wieder bekocht uns unsere Gastmama Maria mit leckerem Essen, während ihre Kinder uns
ständig anlächeln und anlachen.

Am nächsten Tag gehts rüber nach Taquile, Wanderung, Freizeit, Mittagessen und dann
wieder zurück nach Puno.


In Puno haben wir noch zu Abend gegessen, bevor uns das Mototaxi zurück zum Busterminal
bringt, und so zum Bus zurück nach Cusco.