Berichte von 07/2015

NEXT STOP - QUILLABAMBA -

Samstag, 25.07.2015

Der Wecker klingelt, wir wachen in der Wärme von Quillabamba auf.

Quillabamba ist ein kleiner Ort im Süden von Peru. Durch ihn hindurch fließt der Urubamba Fluss.

Auch „hoher Jungle“ genannt, dieses kleine Örtchen ist wegen seines Anbau von Kaffee, Kakao, Tee und Coca bekannt. Und ebenfalls wegen seiner Wasserfälle.

Auf dem Weg zum Markt fühlen wir uns wie in einer kleinen karibischen Stadt. Überall Palmen, die Sonne scheint, die Hitze liegt in der Luft.

 

 

Plaza de Armas

Die Stadt feiert an diesem Wochenende 158 Jahre !!!

Feliz Aniversario!!

 

 

Erstmal Frühstück! Lecker Sandwich inmitten des Markts. Ich bin ein absoluter Fan von Marktessen geworden.

 

 

Danach wird schnell klar: Das hier ist die Stadt der Tuk Tuks!

Mein Herz schlägt schneller!!! Ich liebe diese kleinen spaßigen, rasanten Gefährte!

Mit dem Tuk Tuk ab zum Terminal, danach weiter mit dem Taxi zu den 7 Tinajas.

 

Jetzt heißt es – Relaxing in der Sonne am und im Wasser, an den Wasserfällen –

 

Die wunderschöne Natur umgibt uns, Schmetterlinge fliegen überall.

 

 

Abends lecker Pizza, danach noch Churros, Postre muss schließlich sein ;)

Zur Verdauung noch ein kleiner Spaziergang durchs nächtliche Quillabamba.

 

 

 

Am nächsten Tag geht es schon wieder zurück.

Es geht vorbei an majestätischen Palmen, an Bananenplantagen, ja sogar vorbei an Orangenbäumen. Über Berge, durch Braun, dann durch Grün. Vorbei am weißen Riesen, an den vielen Mountainbikern, durch ärmere Viertel Cusco’s, dann durchs aufgemotzte Viertel mit vielen Touristen, dann mit dem Bus wieder ins ärmere Cusco, vorbei an vielen lachenden Menschen, an spielenden Kindern, an den vielen Straßenhunden …

... Zuhause.

 

NEXT STOP - CAI CAY -

Samstag, 18.07.2015

Ein Gefühl von Freiheit liegt in der Luft ..

.. auf dem Weg nach Cai Cay, einem typisch einheimischen Dorf nur ca. 1,5 Std von Cusco entfernt, kommen viele Gefühle in mir hoch.

Angekommen in diesem malerischen Ort, schon bestaune ich mal wieder die großen Anden die uns umgeben.

Auf dem Markt hier werden allerlei Köstlichkeiten angeboten.

Ob es die Auswahl der insgesamt (über) 3000 Kartoffelarten ist, Chicha in allen Variationen (Blanco, Morada oder Fresa), die verschiedenen zubereiteten Cuys oder die Getreidearten. Alles hier zieht einen in den Bann. Kühe, Stiere, Schafe, Lamas, Alpakas oder Meerschweinchen – alles wird hier in Lebendform verkauft.

 

 

 

Ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig: Die Hahnenkämpfe.

 

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Kurzer Exkurs Hahnenkämpfe: Eine lange und besonders blutige Tradition.

Bedauerlicherweise sind sie legal und ein bis heute kaum in Frage gestelltes Volksvergnügen.

Es geht um Geld, Wettfieber und die Ehre des Tierbesitzers.

Kurze Zeit nach der Gründung Limas im Jahre 1535 waren die „Peleas de Gallos“ also die Hahnenkämpfe schon üblich.

So wie das Haushuhn, so kam auch der Hahnenkampf ursprünglich aus Asien und verbreitete sich so auch in Peru rasch.

1821 also gleich nach der Unabhängigkeit von Spanien wurden die Kämpfe verboten. Doch schon zwei Jahre später wieder erlaubt.

Es gibt zwei Arten von Kampfhähnen: „Pico y espuela“ und „Navaja“

Beim Pico y espuela, also Schnabel und Sporn gehen die Hähne einerseits mit ihrem Schnabel auf die Gegner los, anderseits mit einem bis zu 5 cm langen Sporn, dass ihnen vorher an die Krallen gebunden wird. Dieses endet zwar auch durch den Tod, meist jedoch durch Erschöpfung und Unterwerfung.

Navaja, zu Deutsch Schnappmesser ist die blutigere Variante und ist praktisch immer tödlich. Der Hahn trägt hier ein bis zu 7 cm lange, beidseitig scharf geschliffene Klinge an der Kralle und ist darauf trainiert, dem Gegner damit an Hals, Herz oder Lunge zu gehen.

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Voller Respekt trete ich jetzt außerdem den Frauen gegenüber die überall weben.

Der Webkurs hat mir gezeigt, wie aufwändig und vor allem zeitintensiv allein nur ein Stoffgürtel ist.

2-3 Wochen benötigen die Damen, um einen 4 m langen Gürtel herzustellen.

Mit nur 25 Soles (ca. 8 Euro) Verkaufspreis nur wenig gewürdigt.

   

 

 

Das typische peruanische Kochen darf an diesem Wochenende natürlich auch nicht fehlen. Also ab in die Küche zum gemeinsamen Kochen von Aji de Gallina.

 

Abends noch ein Bier auf dem Fest nebenan. Der erste Schluck „Cerveza“ gehört stets Pachamama (Mutter Erde). Es ist eine lange aber auch religiöse Tradition ein wenig Bier auf die Erde zu schütten. Damit zeigt man zudem Respekt vor Tradition und Volk.

Eine Band heizt ordentlich ein und alle tanzen ausgelassen.

Wunderbar… Dieses Feeling das einen umgibt, wenn man inmitten der freudestrahlenden Leute steht.

Das absolute Highlight folgt zugleich! Zurück in der Unterkunft zeigt uns der Sternenhimmel in seiner vollsten Pracht!

Noch nie in meinem Leben habe ich die Sterne (Ch'oyllur in Quechua) so intensiv leuchtend gesehen als hier in Peru. Besonders magisch: Die Milchstraße überschattet alles! So atemberaubend und zauberhaft dieser Anblick des Himmels..

 

Am nächsten Tag 5 Stunden Wanderung durch herrlichste Landschaften. Querbeet ein, über Felder, am Fluss entlang, über Berge geklettert.

Vorbei an der alten Inka Brücke (Leider 2000 eingestürzt, aufgrund eines starken Anstiegs des Flusses) und der alten Inka Mauer.

Viele verschiedene Tiere und Pflanzenarten umgeben einen.

 

 

Nach dem Lunch noch ein wenig mit den Kindern gespielt, schon ist wieder ein Wochenende vorbei und es heißt ab zurück nach Cusco.